Hat mein seinen KDV-Antrag
abgeschickt hält man nach einiger Zeit (bei mir 3 Monate)
seine Anerkennung als Kriegsdienstverweigerer in den Händen,
zusammen mit den "Wichtigen Hinweisen für anerkannte Kriegsdienstverweigerer"
mit einer Liste von "Einrichtungen zur Vermittlung von Beschäftigungsstellen".
An diese kann man sich vertrauensvoll wenden, und erhält eine
Liste mit anerkannten Zivildienststellen in seiner Umgebung.

Achtung: jetzt aber schnell!!! Wer sich jetzt erst
anfängt zu bewerben hat meist schlechte Karten!! da schon
die meisten Stellen zum Sommer hin vergeben sind. Wie überall
gilt auch hier: Beziehungen erleichtern einem das Leben.
Besonders die beliebten Stellen in Kindergärten etc. sind
meist schon ein Jahr vorher vergriffen. Andererseits geben
die Stellen oftmals erst Zusagen, wenn die Anerkennung als
KDV vorliegt.
Also Pech gehabt... aber keine Sorge es gibt immernoch freie
Stellen!! vor allem in Krankenhäusern, Altenpflegeheimen
und in der Schwerstbehindertenbetreuung finden sich eigentlich
immer noch Plätze.
Denn im allgemeinen haben angehende Zivildienstleistende
keine Lust für das gleiche Geld anstrengender zu Arbeiten,
wie in diesen Einrichtung durchgängig üblich.
Ansonsten ist die Republik groß, man sollte sich
also auch keine allzugroßen Sorgen machen "Zivildienst-arbeitslos"
zu werden.
Aber auch die Pflegezivistellen haben ihre Vorteile, schließlich
gilt es ja auch noch eine einmalige Erfahrung zu machen,
sich eventuell auf einen Pflegeberuf vorzubereiten, oder
einfach mal in eine andere Branche hineinzuschnuppern. Wer
in einer Einrichtung wie einem Krankenhaus seinen Zivildienst
ableistet, hat meist sehr gute Chancen später dort eine
Ausbildung aufzunehmen... andererseits gelangt man unter
Umständen auch zu der Erkenntnis das ein anderer Berufszweig
vielleicht doch besser zu einem paßt.
Also schnell zum Telefonbuch gegriffen, nach noch freien
ZDL-Stellen gefragt und beworben!
Die Bewerbung wird genauso angelegt wie für jeden Arbeits-
oder Ausbildungsstelle auch, also:
- Anschreiben
- Lebenslauf
- Zeugnis oder sonstige Referenzen
- und der Anerkennung zum Kriegsdienstverweigerer
Im Allgemeinen legen die Stellen aber nicht einen so großen
Wert auf die Aufwendigkeit der Unterlagen, wichtiger ist
der Eindruck beim persönlichen Gespräch, oder gar einem
Probetag.
Hier heißt es sicher auftreten, und auf Standardfragen
vorbereiten:
- Warum wollen Sie Zivildienst leisten?
- Warum wollen Sie gerade bei uns arbeiten?
- Was erwarten Sie bei uns genau zu arbeiten?
Im Krankenhaus hab ich erlebt, daß getestet wird,
wie resistent man gegen Unangenehmes ist:
- Haben Sie schon einmal einen Toten gesehen?
- Können Sie Blut, Urin und Erbrochenes sehen, und wegwischen?
- etc.
An der Stelle kriegt man natürlich, wenn man unvorbereitet
ist einen Schreck. Wer partout mit so etwas nicht klarkommt
sollte das natürlich, auch sich selbst gegenüber, zugeben
und sich was anderes suchen. Ansonsten sollte man sicher
bleiben aber auch zugeben, das man vieles noch nicht gemacht
hat.
Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, daß es zwar
genauso ist, wie es alle befürchten (Stichwort: Alten Leuten
den Arsch abwischen), allerdings ist es weniger schlimm
als man sich das vorstellt.
Wenn mir schlecht wurde durfte ich immer was anderes machen.
Zur Not sucht man sich später noch eine andere Stelle.
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